Geschützt: Reifung 1.1

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Maennerschmerz

Waer’s dem Manne nicht vergoennt, zu klagen,
ach, er wuerde platzen.
Sein Leid, sein Los, zaudernd, zagend,
schneidet er verzerrte Fratzen.

Ob Fieber, Husten, Nase, Zeh,
alles was einst gross und maechtig,
tut nun Kund von seiner Weh,
der Koerper Festung, jetzt so schmaechtig.

Da wird gewaelzt der Buecher Heer,
auf das zu deuten seine Pein,
gesund, das wird er nimmermehr,
bald kommt die Nacht, das sieht er ein.

Mit bruech’ger Stimm, im Aug die Traene,
ruft er herbei sein Weib und Kind,
zu kuenden von der Unheilsstraehne,
er moechte, dass sie tapfer sind.

Die Frau die lacht, der Knabe grinst,
sie rollen ihn aus Bettes Statt,
sie sagt: „Du und dein Hirngespinst,
ich hab dein weibisch Heulen satt.“

„Ja aber…“, hebt er an, zu sprechen.
„Nix gibt’s!“, faehrt sie ihm dazwischen.
„Fuer heut gabst mir ein Versprechen,
Haus und Hof nass durchzuwischen.“

Verdrossen loest er Schal und Muetze.
„Geh ja schon.“, brummt er geschlagen.
Die andern beiden reissen Witze,
„Hat wieder einer von den Tagen.“

Zu guter Letzt da rafft er sich,
und tut weit mehr als ihm gehiessen.
Dennoch… das Aufstehen bleibt schwer
– wird jedes Wochenend bewiesen.

GDerLkoeing

Ein wenig spaet, aber spontan ist’s mir durch den Schaedel geschossen. Sodann:

Wer steht so spaet in Nacht und Wind?
Auch frueh und Mittags, sag geschwind!
Es ist der Pendler der da flucht,
weil er nach der Verbindung sucht.

Am Telefon, der Servicewicht:
„Nein, unsre Zuege fahren nicht.“
Zum Aushang faellt des Auges Schweif,
die Hoffnung bleibt ein Nebelstreif.

„Du liebes Kind, wir fahren zwar,
so stellen wir jedoch gleich klar,
es kommt nur jeder dritte Zug.
Gedulde dich, ach sei so klug.“

So schallt es uebern Bahnhofsplatz.
Bluthochdruck beim letzten Satz.
„Sei ruhig, bleib ruhig mein Pendlerkind,
kannst nix dafür, wenn einer spinnt.“

„Willst, Reisender, du mit mir gehen?
mein Taxi auf dich wartet schön;
es kostet zwar dreimal so viel,
doch bringt’s dich direkt an dein Ziel.“

Prinzip und Geiz sind innerlich
im Hader mit der Arbeitspflicht.
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’s genau,
du frierst dir schon die Lippen blau.“

„Ich kriege dich, mich reizt ein schönes Gehalt,
und bist du nicht willig, so streike ich halt.“
So denkt der Bahnler von seiner DB,
es ist ihm egal der Reisenden Weh.

Alle anderen grauset’s; sie lamentieren geschwind,
und fragen sich ächzend, warum die so sind.
Busse und Taxen profitiern von der Not,
der Reisende zahlt, das Gleis bleibt heut tot.

Gute-Nacht-Gedicht

Die Augen sind schwer
ich schliesse sie und finde mich wieder
in einem Meer aus fluessigen Gaensebluemchen.

Die Woche bewaeltigt,
der Tag hallt nach,
ohne ganz zu verstummen.

Das Babyphon hat Frequenzprobleme
und reisst mich mit LKW-CB-Funk ruede aus dem Sintern der Gedanken.
Nach Ortswechsel, doest es wieder vor sich hin.

Ich dergleichen.
Die Dunkelheit betaeubt und umschliesst mich erneut.
Vor der Tuere furzt der Hund, doch ich hoere es schon nicht mehr.

.
.
.

Dieses schlaftrunkene Gelalle entstand direkt(!) nachdem ich auf meiner Tastatur liegend & in selbige sabbernd aufwachte – kurz bevor ich mich tatsaechlich ins Bett bewegte… und ich finde es jetzt schon grottenschlecht… aber zu seinem eignen Mist sollte man stehen.

In diesem Sinne, gute Nacht. ;-)

Eiersalat

Es war so weit. Ich hab mich mal wieder vom Digitalknochenverkaeufer meines Vertrau… meiner Gewohnheit beschwatzen lassen und verlaengerte die Leine, mit der er mich fuer zwei weitere Jahre durch die telefonische Welt begleitet. Wer hier wem den groesseren Gefallen tut, sei mal dahingestellt.

So immanent wichtig, wie die Frage nach dem passenden Tarif, war auch die Wahl besagten Knochens, den ich mir wie ein friedlich gestoertes Mitglied dieser gesellschaft an die Hoermuschel (links) druecken sollte.
Meine Wahl fiel auf den allseits polarisierenden Obstlogotempel, der den Initiierten in die bluetenreine Technikwelt fuehrt und neben der Absolution auch gleich den Heiligenschein und Omnipotenz im Bundle (ein Wort, fuer das ich mir schon gern mal gluehende Stopfnadeln durchs Trommelfell schiebe) mit der frisch erworbenen Loetzinn-Glas-Metallmelange verschachert.

So wie meine Ohrapfeltasche hier eintraf, lies ich – noch vor der Stoeberei im geradezu grotesk ueberbordenden Appstore – die schlanke Scheiblette durch die Haende und ueber die Haut in die Hosentasche, dem Gemaechte parallel gleiten. Zu meiner Enttaeuschung kam es zu keinerlei orgastischen Verzueckungen, und auch die Manneskraft erhoehte sich nicht schlagartig.

Ein Fehlkauf? Nein. So leicht wollte ich nicht aufgeben. Flugs fingerte ich durch den weiter oben schon sanft touchierten Schtore – wie der Schwabe muendelt – und installierte mir, was die verkorkste Fantasie meiner Person hergab. Einem Videospiele gleich betrachtete ich mich dabei selbst aus einer Art Vogelperspektive und wunderte mich eins ums andere, dass es schwer bis unmoeglich war, selbst allergroessten Bloedsinn NICHT zu finden.

Denken wir doch einmal drueber nach. Verquaste Sachen, kann sich ja jeder ueberlegen, aber daraus ein Programm zu machen, ARBEIT zu investieren, nur damit einen moeglichst viele Individuen fuer bescheuert halten. Zeugt dies von einer destruktiven Einstellung zu sich selbst oder der klaeglichen Sucht nach Aufmerksamkeit in einer Welt, die den Schwachsinn zelebriert und beim Sinn gern mal weiterschaltet?

Dann schwenkt mein imaginaeres Auge auf die Historie dieser Entwicklung.
Eine Firma – irrelevant, ob durchseucht von friedfertigen Technikjuengern oder heimlichen fanatischen Sektierern – entwickelt ein Produkt das die einen gern in den See werfen wuerden und andere mit dem Weihrauchschwenker umtanzen. Fuer sich genommen ist jenes Produkt das Ergebnis langjaehriger Geistiger Konzeptionen, sozialer Gefuege, der industriellen Revolution, kantscher Imperative und und und.

Es kommt auf den Markt. Was geschieht dann? Der Spieltrieb der Debilen entjungfert es noch am selben Tag. Dafuer gibt’s dann ‚gefaellt mir‘-Speichelleckerei auch der naechsten Meinungsmuellhalde.
Auffallen um jeden Preis und weit ueber die Selbstverleugnung und Intelligenznegierung hinaus.

Dabei ist’s gleichfalls Wurscht, wer dieses Stueck Technik in die Welt warf, auf dass es sich prostituiere. Allerorten wird mit gleichen Konzepten unterschiedlichster Hersteller gelockt und gepriesen. Es geht zu wie auf dem Hamburger Fischmarkt, nur dass neben jedem Haendler noch ein Anwalt steht, der Mittel und Wege sucht, die ‚olle Matjes-Moni‘ von gegenueber aus dem Geschaeft zu draengen oder wenigstens Teile ihres Standes mit dem eigenen Fischmehl zu bestuecken.

Zurueck zu meinem kleinen Geldvernichter. Ich nutz es nun, tausche mich mit Bekloppten ueber Beklopptes aus und ergebe mich in mein Schicksal als Lakai des Voranschreitens dieser Entwicklung (Gesellschaft will ich es nicht nennen).

Nur ganz am Rande… unlaengst wurde ich einer Quaeke gewahr, welche als sogenanntes ‚Outdoor-Handy‘ angepriesen wurde. Dazu kann ich nichts mehr sagen. Der Irrsinn hat den stahlharten Boden der Realitaet laut und scheppernd durchschlagend und ein Ende der Fahrt ins Dunkel weit unter uns ist noch nicht abzusehen.

Leute wie ich geben ihm das Geleit, in der stillen Hoffnung, dass es nicht das letzte sei.

So schoen, schoen war die Zeit…

Frueher war ja alles besser. Ist nicht eine der schoensten Platitueden, die in diesem Satz ihr zu Hause gefunden hat?
Thema Eurokrise. Unabhaengig davon, dass das Konstrukt ‚Euro‘ ein debiles ist (zumindest vom Kerne her), sind doch viele gewillt, die D-Mark wieder als gueltiges Zahulungsmittel etablieren zu wollen.
Noch ein Schritt zurueck und manch einer wuenscht sich – auf beiden Seiten – die Mauer zurueck. Die einen, weil sie vor der buckligen Ossi-Verwandschaft die Schnauze voll haben, die anderen, weil sie nicht laenger die Buckligen der Verwandschaft sein wollen und es mal wieder kuschlig hinterm Zaun moechten.

Oder fragen wir die Altvorderen. Oma und Opa bekommen schon gern mal einen glasigen Blick, wenn sie an die ‚gute alte Zeit‘ denken, als noch ‚Ordnung & Benimm‘ in der gleichgerichteten Volksmasse vorherrschte und die Promis noch in cholerischen Anfaellen die Mikrofone zusammenbruellten, wie es heutzutage selbst der enthusiastischste Death-Metal-Scherge nur unter Schmerzen hinbekommt.

So geht die Riege derer, die das Gestern auf die Fahne der Gegenwart und Zukunft geschrieben haben immer weiter den Strudel nach unten. Eigentlich koennen wir dankbar sein, dass Menschen irgendwann von selbst abkratzen, sonst wuerden sie heute reihenweise erschlagen, weil „doch der Faustkeil eigentlich ‚ne super Sache“ war und „Hexenverbrennungen noch zum gemuetlichen Beisammensein im Fackelschein“ zelebriert wuerden.

Aber warum diese Antipathie jener Verlorenen und Vertraeumten? Weil es der Menschen zueigen war/ist/sein wird, solcherlei abstruse Ueberlegungen auch in Zukunft anzustellen.
„Ach ‚ne, wat war das schoen, wie damals der Willy und die Kate…“
„Frueher gab’s noch richtige Spam-Mail, die man noch von Hand loeschen musste!“
„Jaja, die Krise hat uns damals richtig zusammengeschweisst.“
„Wir haben ja noch richtige Programme installiert, mit Dateien, die man sehen konnte… inkl. Dateiendung. Ihr jungen Leute von heute fingert doch bestenfalls dem Liebchen im Schritt und wundert euch, dass ihr dabei diverse Apps bei ihr umsortiert!“
„Das waren noch Zeiten, als Politiker noch gewaehlt wurden und noch nicht wieder per Erbfolge in ihr Amt kamen.“

Vor solchen Saetzen graut mir. Das diese Gegenwart, zu etwas stilisiert wird, dem sie nicht gerecht wird, weil die Demenz uns in die gnaedigen Arme schliesst und einfach nur jene Szenen und Eindruecke bewahrt, die uns positiv gefaerbt noch bis zur Bahre begleiten werden.
Aber die Natur wird sich schon was dabei gedacht haben (soviel zum Thema Platitueden), dass Erinnerungsluecken generell mit Zucker verharzt werden, um letztlich zu verhindern das wir unentwegt den Kopf schreiend vor die Moebelmasse der schattigen Mietwohnung donnern.

Das heute als gestern von morgen. Getreu Rainald Grebe, der anno letztlich orakelte, dass es „heute so schoen ist, wie es niemals mehr werden wird“.
Dem eingedenk muss ich schon laut mit der Eichenkeule die Luft umruehren, um den Pessimisten in mir nieder zu kaempfen, der da meint „dann koemmer’s ja auch gleich lassen… such die mal einen huebschen Strick“.
Nur… wer koennte es jenem schizoiden Gedanken in mir veruebeln, angesichts der Tatsache, dass die Murmel, auf der wir hausen durch selbstgestrickte Faehrnisse zunehmend lebensfeindlicher wird?

Ich kann’s. Ist ja meiner. So weigere ich mich standhaft, den „Frueher-Bruedern“ und ihren Skandierungen mehr abzugewinnen, als Kohlendioxidausstoss, der uns ja so viel auch nicht bringt.
Fakt ist, das Loch, dem wir uns vornebeln, entfliehen zu wollen, oder das in Relation zu vermeintlich Geschehenem gesetzt wird, ist zu allererst ein selbst geschaufeltes und offenkundig laesst sich aus dessen echoiger Mitte eine Unzahl obsoleter Worthuelsen hervorruelpsen.

Um tatsaechlich was am Quell der Unbill zu aendern, welche letztlich dererlei Phrasen hervorbrachte, ist indes eventuell mehr noetig, als unflektiert mit allem und jedem unzufrieden zu sein, ohne die daraus logische Konsequenz zur Handlung abzuleiten. Ist ja auch bequemer so.

Gestern, heute und in Zukunft.

Update des schlechten Gewissens

Viel Los, wenig Zeit, Ausreden schlecht, hier was von Arbeit:

M: Ich verstehe alle, ausser’m I. Der lebt in ‚ner Welt voller Fremdwoerter.
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M: Was macht eigentlich unser Adolf fuer gutbuergerliche Bubenorbiser?
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I: B. wurde doch als Kind vom Weihnachtsmann fuer schlechte Reime verdroschen. Mit Kohlen beworfen.
M: Der hat zu Weihnachten eh nix gekriegt.
I: Solche Leute wie B. sitzen in der Fussgaengerzone und singen. Die werden nur bezahlt, damit sie wenigstens fuer kurze Zeit aufhoeren.
M: Als seine Geschwister alles bekommen haben, hat der Weihnachtsmann bestimmt immer den Sack zugehalten, bis er draussen war, damit er ja nix kriegt.
I: Seine ersten drei Jahre hat man versucht, ihm das sprechen beizubringen. Sein restliches Leben verbringen sie dazu, es ihm wieder abzugewoehnen.
==
H: Hallo, hallo? Hm, mein Gespraech ist grade abgebrochen.
A: H., das ist bei Privatgespraechen so. Nach einer Stunde wird automatisch unterbrochen.
I: Nene, zuerst wird das Gehaltskonto des Mitarbeiters belastet. Sollte dies waehrend des Gespraeches leer laufen, wird die Verbindung automatisch getrennt.
==
M: Was issn los, du garstige alte Tante?
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M: Wenn ich dem K.-H. fuer jeden Fehler ein Sandkorn in den Schuh stecke, dann kanner in 2 Wochen einen Baustoffhandel aufmachen.
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I: Wer meinen Papierstapel anfasst, den verhau ich.
M: (zum Chef) Herr S., fassen ‚se mal den Stapel da an.
S: Ich trau mich nicht.
==
I: Sag mal M., kannst du vielleicht auch mal aufhoeren mit reden? Staendig dieses Gelaber! Andere Leute holen auch ohne Geraeuschen Luft.
==
I: Ich hab keine Ahnung, wovon Sie reden. Da bin ich ganz Pontius Pilatus. Also ich wasche meine Haende in…
M: In Scheisse?
I: Unschuld, du Bloedmann.
==
Zitat aus Besprechungsanschreiben der Geschaeftsfuehrung:
„Ich weiss noch nicht, wen ich wann benoetige und ob ueberhaupt.“

Grand Prix de la ach leck mich doch

Ich frag mich echt, was sich manch Politiker – ausser Zucker und Milch – sonst noch so in den Kaffee ruehrt.
Der erste Mai ist Stichtag, rotes Tuch, Angstblase und Heilsbringer zugleich. Je nachdem, aus welcher Richtung man dieses Datum betrachte.
Just an diesem Tage wird es allen EU-Mitgliedern – somit auch deren dort geborenen Personen – moeglich sein, sich ueberall in besagtem Einzugsraum niederzulassen, zu arbeiten, in die Luft zu kucken, wo er oder sie moechte.

So weit, so gut. Nichts dagegen einzuwenden, da trotz bestehender Arbeitslosigkeit hierzulande offenbar immer noch Arbeitsstellen verfuegbar sind, generiert werden, oder ganze Betriebe aus dem Boden gestampft werden und lebensfaehig sind.
Interessant ist nur, dass sofort aus jedem wie auch immer gearteten Lager aus den unterschiedlichsten Gruenden gezetert wird, was das Zeug haelt.
Schreikinder nennt man sowas, wenn sie frisch auf die Welt kommen und ohne Grund die Bude zusammenbruellen, und auch nach Versorgung mit Milch (Zuschuesse) und/oder wie auch immer gearteter Beschaeftigung (Zuwendung) nicht in der Lage sind, die Fresse zu halten.

Nun wird ja gemunkelt, dass sich die geistige Muendigkeit mit fortschreitender Lebenswegbewaeltigung mehr oder minder ausbildet. Das gegebene Umstaende und Rahmenbedingungen als solche realisiert werden und diese in die Ueberlegungen ueber die zukuenftige eigne Vorgehensweise mit einfliessen.

Dem gegenueber steht – einem Volkssport gleich – in germanischen Breiten die laute Suche nach einem Deppen, dem ich Schuld, Verantwortung und Arbeit fuer meine Probleme aufhalsen kann.

So auch in diesem Fall. Es wird von Skeptikern Lohndumping befuerchtet, ein expotentieller Anstieg der Schwarzarbeit, kulturelle Diversifikation bis zur Unkenntlichkeit, und und und.

Blauaeugig wird auf der anderen Seite von Chancen der industriellen Prosperitaet, kulturellen Bereicherung und Toleranz sowie einer vollstaendigen Ausschoepfung vorhandener Arbeitsmoeglichkeiten argumentiert.

Mein Leben auf dem Schachbrett. Alles schoen Schwarz und Weiss und jede Figur bewegt sich auf gegebenen Bahnen – ein herrlich einfaches Weltbild. Tut auch beim drueber Nachdenken nicht so weh.

Rethorische Gipfel erklimmen dabei Politiker wie die Leyenursel (ein Begriff, den ich mir schuetzen lassen sollte). Sie wirft mir montags im ZDF-Morgenmagazin Phrasen in die Mueslischuessel, die selbige dadurch in ihrem Naehrwert auf die gleiche Stufe wie einen gesalzenen Backstein herabsetzen.
„Freizuegigkeit gaebe es nur im Niedriglohnbereich“ & „die Riesenchance [der Bundesregierung] uns sozial zu flankieren“.

Ist „Niedriglohnbereich“ jetzt das neue Synonym fuer „Bundesrepublik“, oder wie darf ich den ersten Teil verstehen? Ein Land, dass sich auf Kosten aller EU-Mitglieder ruehmt, beim Export-Pimmelvergleich den groessten Schwanz auf den Schreibtisch klatschen zu koennen, nur weil seit – inzwischen Jahrzehnten – Lohndumping betrieben wird, haelt diesen Status doch inzwischen in allen Beschaeftigungszweigen parat.

Das zweite Fragment, welches ich so lax aus dem Zusammenhang riss (welcher Zusammenhang… sic) ist auch wieder so ein Beispiel, dass Kompetenz leider all zu oft diametral der Praesenz gegenueber steht. Gibt sich ja auch oft die Muehe, ins Bild zu hopsen, das Urselchen.
Denn wie soll ich’s anders verstehen, dass hier, einer botoxgestaehlten Grinsekatze gleich, alle Fakten ins Friede-Freude-Eierkuchenland gekippt werden?

Wenn’s tatsaechlich eine „Riesenchance“ fuer unser Land im Sozialen ist, dann war sicherlich auch das Erdbeben in Japan eine Riesenchance fuer die dortig Ansaessigen, gut gelaunt topologische und urbane Einzugsgebiete neu zu gestalten. Wahrscheinlich haben sich auch alle drauf gefreut!
Geschmacklos? Ich glaube nicht, dass es geschmacklos ist, Vergleiche anzustellen, wenn es um soziale Umformungen und deren oeffentliche Bagatellisierung geht.

Dabei geht’s mir nicht mal um die Frau, die frueher offenkundig dem Glauben erlag, mit jedem weiteren Kind gibt’s Vielfliegermeilen. Egal, welche Politbirne hierzulande befragt wird, kristallisieren sich doch zwei Zustaende heraus.

Betrifft’s denjenigen, wird relativiert, dass jeder Physiker seine helle Freude an soviel Faktenentropie haette.
Gehoert er aber zu den grossen Aufdeckern, nagelt er eine bunte tibetische Gebetsmuehle vor jedes Medienorgan, damit er/sie/es mitteilen kann, wie schlimm „die anderen“ doch sind.

Ankreiden, heucheln und luegen. Petzen und abstreiten. Letztlich steht fuer mich nur die Frage im Raum, wie weit man sich eigentlich prostituieren muss, um diesem ganzen Zirkus anzugehoeren. Ist’s Bedingung oder kommt’s von selbst?

Um dem konsequent zu begegnen, muesste man eigentlich in die naechste Fussgaengerzone gehen, die Hosen runterlassen und bei moeglichst viel Publikum auf den Boden scheissen. Die darauf folgenden Reaktionen sind wahrscheinlich nicht die angenehmsten, aber zumindest sind sie ehrlich.

„Bilden Sie einen Satz mit…“

Titel dieses Posts ist gleichfalls der Name eines Buches, welches bei mir mal wieder irgendwas ausgeloest hat.

Gar erquickliche Kurzweil vermag es zu bescheren, da der Grundtenor des Werkes sich konsequent der Verformung von Wortgut widmet.

Beispiel aus dem Buch:
Bilden Sie mal einen Satz mit Bagdad, Teheran:
Back dat Brot! Und dann:
Bring‘ den Tee heran!

Es geht also – mal wieder – um mein Lieblingsthema. Muttersprachspielereien.

Dementsprechend nun in folgender Listung einige Zwangsreimereien, die mir grade eingefallen sind. OK, manche sind ein wenig abstrus und arg gezwungen. Sollte ich mir mal die Zeit nehmen… wollen… moegen, bau ich mal ein paar eloquentere Stilblueten. ^^‘

Ach ja… bedingt durch meine MMO-Suechtelei sind einige klar mit dementsprechenden Content verbandelt.

Doch genuch der Vorlaberrei:

Bilden Sie einen Satz mit ‚Flamingo':
Verlier ich wieder mal beim Bingo,
dann schwoer ich dir, ich entflamm Ingo.

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Bilden Sie einen Satz mit ‚Vermoegensanleihen':
Ungewollte Komik bringt uns selten zum wiehern,
aber ‚wer moegens an Leihenschauspielern.

****
Bilden Sie einen Satz mit ‚Pharmaindustrie':
Zieh dich nicht immer an wie Schwein!
Hier, fahr ‚ma in das Trikot rein.

****
Bilden Sie einen Satz mit ‚Floccinaucinihilipilification':
The frustrated mother started to cry while arguing with her husband John Flossi to tell him that she just had to do a lot of work at home and so she uttered:
„Flossi, now see ‚n I heel I peel I feed, k John?“
(jaja… der ist schlecht ^^‘)

****
Bilden Sie einen Satz mit ‚Windows':
‚Ne Scheidung die ist wie ‚ne Windhos,
man wird dabei Haus, Frau und Kind los.

****
Bilden Sie einen Satz mit ‚Schaeuble':
Wenn sich voll Lust zwei Rollstuehl‘ reiben,
sind’s deren Eigner, die scheu bleiben.

****
Bilden Sie einen Satz mit ‚Schilfrohr':
Mit Winter kam’s in Hamburg vor,
das Ex-Oberbuergermeister Schill frohr.

****
Bilden Sie einen Satz mit ‚Dei ex unitas‘ (Name einer WoW-Gilde):
Ei scheens G’spann dos waere mir,
dei Ex un I, das sog I dir.

****
Bilden Sie einen Satz mit ‚Nitro Circus‘ (Name einer WoW-Gilde):
Vor Lil‘ Bighorn in mancher Schlacht,
hat er Indianer kalt gemacht.
Nach einem Kampf, so geht die Sage,
war Haeuptling Rothaut voller Klage.
So sprach besiegt und voller Frust er:
„Ich warne dich, nie droh Sir Custer.“

****
Bilden Sie einen Satz mit ‚Einzelfahrschein':
In dem Gesuch wird drum gebeten,
Eines Elf‘ Arsch einzutreten.

****
Bilden Sie einen Satz mit ‚World of Warcraft':
Jahrelang war’s fuerchterlich.
‚S war Online doof, ‚s war RL doof. War kraeftig am verbloeden ich.
****

Mehr, wenn mir danach ist. ;)

Der Himmel kackt…

…zumindest empfinde ich es so. Nachdem ich Schaufel schwingend, allmorgendlich zur Unzeit Fug und Flies – welche der heimischen Kemenate anreinern – von „DER WEISSEN PRACHT“ befreie und zurueck in den Status Quo der Begehbarkeit ueberfuehre; baut sich doch eine gewisse Frustration im Egozentrum auf.
Mit dem Blechpeter den Apshalt schabend, wird auch die moeglicherweis noch entschlummerte Nachbarschaft ruede – und zu meiner nicht geringen Gehaessigkeit – aus dem Schlaf geschaufelt, da sie Teil der darauf hin erbrechenden Geraeuschmelange aus Kratzen, Knrischen, sowie allgemein phonetischer Widerlichkeit wird.
Alsdann – so der anthrazitfarbene Gehgrund schon sichtbar, nunmehr aber spiegelglatt aus dem Weiss hervorschimmert – greif ich, emsig wie Bruce Lee im Prozellanladen, nach der Streusplittorgel (die Blaupausen wurden aus dem Nachlass eines gewissen Herrn Gatling entwendet, welcher diese zu seinen Lebzeiten unter der Kategorie „Endloesung“ streng unter Verschluss hielt).
Ich entsichere sie erneut mit Wehmut, da sich keinerlei Anwohnerschaftsgetier (namentlich Katzen oder Wombats) in Schussreichweite aufhaelt.
So geruestet traktiere ich die zuvor freigelegte Laufflaeche und meine Laune hebt sich sogar ein wenig, eingedenk der Tatsache, dass nun auch der letzte Rentner, dessen Knalltrauma ihn seit ’45 akustisch vom Rest der Welt trennt, Ohrenzeuge meiner Freiluftkakophonien ist.
Offenkundig von meiner Laermerei angestachelt, erhebt sich das soziale Umland um entweder Paroli zu bieten oder um das begonnene Raeum- und Schabkonzert einem infernalischen Hoehepunkt entgegen zu schippen.
Bekopftuchte greise Muetterchen salzen sich die Finger taub. Der Vertreter von nebenan kaut enthusiastisch auf seinem Lungenbroetchen herum und grinst selig, da auch er die offenkundig sadistischen Freuden der Claimsaeuberung fuer sich entdeckt hat.

Die einzige Wesenheit, welche sich nicht von den Begleitgeraeuschen verschrecken laesst, ist meine Huendin, der alles scheissegal ist, solange sie nur mit Schnee beworfen wird und selbigen gierig in sich reinstopfen kann. In zirka zwei Stunden wird ihr dann wieder die Blase im Garten hinterm Haus platzen.
So hat jeder seinen Spass… irchendwie.

In dem Sinne: Frohes Schaufeln und besinnliches Streuen!

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