„Ich mach das schon seit 20 Jahren!“

Tadah, ich lebe noch! Der/die/das Blog ebenfalls.

Wie bereits randlich irgendwo erwaehnt, widmete ich mich in den letzten Wochen vermehrt der Translokation meines gesamten Hausstandes, kurz: Umzug.

Dementsprechend war ich weder gewillt, noch in der Lage, hier etwas zu aktualisieren.

Nun muss es indes eine drei Kilo schwere Ratte mit skallpellscharfen Schneidezaehnen sein, die in mir Quartier bezogen hat, denn es nagt nunmehr gewaltig, ob des Umstandes fehlender Neuveroeffentlichungen.

Darum an dieser Stelle eine der Anekdoten die sich in letzter Zeit haeuften. Denn offensichtlich ist es mir in diesem Leben wohl nicht mehr vergoennt, problem- und stressfrei umzuziehen.

Darum habet nun teil an der Sage, auf das ihr mir glaubet jed‘ einzeln Floskel, so ich euch versichre, das kein Fakt hinzugedichtet wurde. Einzig die Ausschmueckung erfolgte eingedenk dem Kampfe wider literarischer Tristesse.

Wir hatten einen Zeitplan. Zeitplaene sind gut, denn sie helfen dabei, das Chaos… nicht zu ordnen, aber in uebersichtliche Scheibchen zu hacken. Sie werden aufgestellt fuer verschiedenste Gruppen und Aufgaben. So auch fuer Handwerker.

Handwerker(-le), das: Ganz und gar nicht possierliches Tierchen, welches sich vom Geld, Blut und den Traenen jener ernaehrt, die es engagierten. Wider bessren Wissens und in der irrigen Annahme, dass fachmannfrauliche Kompetenz zum Tragen kommt, um diverse Taetigkeiten zu erledigen. Vokabeln wie Termine und Puenktlichkeit  verfangen selten bis nie in deren Dickschaedeln. Dies wird im Regelfall durch eine gewaltige Menge Ego und Grobschlaechtigkeit kompensiert, zum Unwohle aller Beteiligten.
Sollte eines der seltenen Exemplare angeheuert worden sein, welches nicht nur etwas vom dem versteht, was es da tut, sondern dies auch tatsaechlich an Ort und Stelle umsetzen kann, so ist hier IMMER eine Rechnung zu begleichen, deren Hoehe dem Bruttoinlandsprodukt eines kleinen Landes nachhaltigen Schaden zufuegen koennte.

Getreu dieses aus zerknirschter Selbsterfahrung entstandenen Abrisses hatten wir mit diversem… Gezuecht zu kaempfen, welches unsre zukuenftige Heimstatt bevoelkerte.

Erwaehnenswert an dieser Stelle ist vor allem jenes Individuum, welches in Eigenleistung saemtliche Arbeitsprozesse zum erliegen bringen sich in der Lage sah. Der Parkettschleifer.

Ich hole ein wenig aus.
Ein durchaus ansehnlicher Parkettboden ziert die Wohnstatt auf drei Ebenen. Waehrend diese im Untergeschoss geradezu formidabel daherkommt, ist deren Zustand im Erd- und Oberhaus nach vormietlicher mehrdekadiger Nutzung mit „fortgeschritten verlebt“ hinreichend beschrieben.

Kratzer, Flecken, lose Brettchen; eben das volle Programm, was die Abnutzungserscheinungen hergeben koennen.
Ein Handwerker wurde angeheuert, um dem desolaten Zustand der Trittflaeche Herr zu werden. Zum Glueck – fuer ihn – nicht durch uns, sondern durch den Vermieter, da er am Ende sonst mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Haus nicht mehr lebend verlassen haette. Aber dazu spaeter mehr.

Kommen wir zunaechst zum oben erwaehnten Zeitplan.
Einen vollen Monat hatten unser Vermieter in Spé und wir geplant um die Wohnhoehle auf Vordermann zu bringen. Essentiell ist dafuer gerade solch Prozess wie das Schleifen und Versiegeln des Parketts, da vorher wenig bis nichts in den entsprechenden Raeumlichkeiten gemacht werden kann. So kann nach erfolgter Behandlung die Latschflaeche zirka drei volle Tage nicht befusst werden.

Die ersten zwoelf Tage war der Mietling samt und sonders ausgebucht, so dass der Tag seines Schaffensbeginns auf einen Samstag gelegt wurde. Aergerlicherweise auch jener Tag, an dem wir die bucklige Verwandtschaft zur Maloche noetigten. Aber man kann sich ja arrangieren.

Besagter Wochenendtag stellte sich wider Erwarten als erstaunlich oragnisationsstressfrei heraus, was aber einzig der Tatsache geschulde war, dass Kollege Schleifer nicht geruhte zu erscheinen.
Der Vermieter wurde gehoermuschelt und jener tat dies dem Handerwerker gegenueber gleich. Letzterer meinte von nix zu wissen, obgleich ALLEN Beteiligten der Tag seines Einschlags hinlaenglich bekannt war. Den NAECHSTEN Samstag hat er sich in den Kalender gemeisselt, tat er kundt. Nun gut. Das heisst, „nun schlecht“. Aber wir arrangierten uns, spielten eine Runde Aufgaben-Tetris, gaben uns allgemeiner Angefressenheit hin und baldowerten mit dem Hauseigner aus, wie wir nun vorgehen moegen (moegten/magten/maegten/muechteten?).

Der Plan partieller Fertigungsvorgaenge kristallisierte sich heraus. Dementsprechend wurde ein Holzkuenstler der Sippschaft des Vermieters beauftragt, beginnend mit der kommenden Woche den mittelgeschossigen Boden zu verarzten, als dann der eigentliche Kalenderanalphabet seinen angepeilten Termin nutzen sollte, die oberste Wohnebene zu behandeln. Dies gaebe uns Zeit, in sieben Tagen die wieder gangbare mittlere Ebene in Eigenregie zu verunstalten, waehrend das dem Dach naechste Level geruhsam vor sich hintrocknen/aushaerten/was-auch-immern konnte.

Gesaegt, tun getan (jaja, geklaut, ich weiss ;p). Mon-, diens-, mitt- und donnerstaeglich wurde – sehr professionell, wie ich beurkunden kann – vom Sippschaftsschreiner das Vorhaben angegangen und der Boden ward FERTIG. Am Freitag BEGEHBAR und SCHOEN.

Es folgte der Samstag. Wieder mal ein Samstag. Gleich seinem sieben Tage aelterem Vetter neigte er ebenfalls dazu, mir nicht durch Gefallen im Hirn zu verweilen.
Ich automotorisierte mich in die zukuenftige Heimstatt und fand – oh, fuerchterliches Wunder – den Originalparkettentkratzer bei der Arbeit vor. Toll, super. Ueberpuenktlich und schaffensfroh grinste er mich an und gab zum Besten, dass sein Werk mit dem kompletten Bodenabschleifen bereits vorangeschritten waere und es nun nur noch der Versiegelung und Lackierung beduerfe.

Spitze… WENN DAS ARSCHLOCH NICHT NOCHMAL(!) DEN GLEICHEN BODEN ABGESCHLIFFEN HAETTE!

Ich habe zwei Adern auf der Stirn, die dazu neigen hervorzutreten, so Mens und/oder Physis meiner Person ueber Gebuehr beansprucht werden. Es war soweit. Zum Glueck gab’s in der Wohnhuelse noch keinen Spiegel, sonst haette ich sicherlich feststellen koennen, dass ich aussehe wie einer jener Ausserirdischen, der mit ueberproportionalen Hirn bei den Looney Tunes Kraft seiner Gedanken Objekte und Personen beeinflusst, was sehr eingehend durch pulsierendes Blutbahngeflecht auf dem Riesenschaedel dargestellt wurde.

Ich bin nicht ausgetickt, im Gegenteil. Auch wenn ich in tippender Form nicht unbedingt auf den Kopf gefallen bin, fehlten mir Vokale, Silben, ganze Worte und Saetze gar, um zu umreissen, was ich von ihm hielt und welcherlei Zurechnungsfaehigkeiten, abgeleitet von den Paarungsgewohnheiten seiner Sippschaft mit Haus- und Hoftieren, ich vermutete.

Als dann – es war der Daemlichkeit bei weitem noch nicht genug – ist auch JENER Satz gefallen, von dem ich nicht annahm, ihn jemals in freier Wildbahn zu hoeren: „Das war aber noch nicht abgeschliffen. Das haette ich doch gesehen. ICH MACH DAS SCHON SEIT 20 JAHREN.“.

Tja… was soll man da noch aeussern? Ein Vertreter jener Klientel, deren Ruf bestenfalls als „zweifelhaft“ in einem Wort zusammengefasst werden kann, haemmert ihr den Standardnagel in den Sarg mit jener platten Floskel, die nicht nur dummdreist daher kommt, sondern einfach ausgemachter Bloedsinn ist.

Den Rest kuerze ich ab. Er „machte feddisch, Boden unten“. Anschliessend hab ich ihn rausgeschmissen. Hernach den Vermieter angerufen, dessen Sippschaft neuerlich organisiert und… nun ja… wir haben geschossuebergreifend inzwischen nutzbaren Boden.

Solcherlei Unwaegbarkeiten zerren am nervlichen Kostuem. Natuerlich war uns des Problems Singularitaet nicht vergoennt, indes wuerde ich nun inzwischen den Fertigstellungszustand des Hauses mit „nahezu komplett“ umschreiben.

Weitere Exzerpte diesbezueglich werde ich wohl nicht veroeffentlichen, da schon die Erinnerung an besagtes Erlebnis sehr sauer aufstoesst.

Demnaechst also wieder Ausfluege in schoenere und lustige Gefilde frei von Lug und Trug. Politik, Wirtschaft und dergleichen… ;-)

Bis dahin, gotchi.

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