GDerLkoeing

Ein wenig spaet, aber spontan ist’s mir durch den Schaedel geschossen. Sodann:

Wer steht so spaet in Nacht und Wind?
Auch frueh und Mittags, sag geschwind!
Es ist der Pendler der da flucht,
weil er nach der Verbindung sucht.

Am Telefon, der Servicewicht:
„Nein, unsre Zuege fahren nicht.“
Zum Aushang faellt des Auges Schweif,
die Hoffnung bleibt ein Nebelstreif.

„Du liebes Kind, wir fahren zwar,
so stellen wir jedoch gleich klar,
es kommt nur jeder dritte Zug.
Gedulde dich, ach sei so klug.“

So schallt es uebern Bahnhofsplatz.
Bluthochdruck beim letzten Satz.
„Sei ruhig, bleib ruhig mein Pendlerkind,
kannst nix dafür, wenn einer spinnt.“

„Willst, Reisender, du mit mir gehen?
mein Taxi auf dich wartet schön;
es kostet zwar dreimal so viel,
doch bringt’s dich direkt an dein Ziel.“

Prinzip und Geiz sind innerlich
im Hader mit der Arbeitspflicht.
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’s genau,
du frierst dir schon die Lippen blau.“

„Ich kriege dich, mich reizt ein schönes Gehalt,
und bist du nicht willig, so streike ich halt.“
So denkt der Bahnler von seiner DB,
es ist ihm egal der Reisenden Weh.

Alle anderen grauset’s; sie lamentieren geschwind,
und fragen sich ächzend, warum die so sind.
Busse und Taxen profitiern von der Not,
der Reisende zahlt, das Gleis bleibt heut tot.

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