Maennerschmerz

Waer’s dem Manne nicht vergoennt, zu klagen,
ach, er wuerde platzen.
Sein Leid, sein Los, zaudernd, zagend,
schneidet er verzerrte Fratzen.

Ob Fieber, Husten, Nase, Zeh,
alles was einst gross und maechtig,
tut nun Kund von seiner Weh,
der Koerper Festung, jetzt so schmaechtig.

Da wird gewaelzt der Buecher Heer,
auf das zu deuten seine Pein,
gesund, das wird er nimmermehr,
bald kommt die Nacht, das sieht er ein.

Mit bruech’ger Stimm, im Aug die Traene,
ruft er herbei sein Weib und Kind,
zu kuenden von der Unheilsstraehne,
er moechte, dass sie tapfer sind.

Die Frau die lacht, der Knabe grinst,
sie rollen ihn aus Bettes Statt,
sie sagt: „Du und dein Hirngespinst,
ich hab dein weibisch Heulen satt.“

„Ja aber…“, hebt er an, zu sprechen.
„Nix gibt’s!“, faehrt sie ihm dazwischen.
„Fuer heut gabst mir ein Versprechen,
Haus und Hof nass durchzuwischen.“

Verdrossen loest er Schal und Muetze.
„Geh ja schon.“, brummt er geschlagen.
Die andern beiden reissen Witze,
„Hat wieder einer von den Tagen.“

Zu guter Letzt da rafft er sich,
und tut weit mehr als ihm gehiessen.
Dennoch… das Aufstehen bleibt schwer
– wird jedes Wochenend bewiesen.

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