Ich fuehle mich verfolgt…

…nicht nur Marcel Davís schalmeit mir gebetsmuehlenartig aus dem Abort der Reklamehoelle entgegen und droht, dass er bald auch BEI MIR klingelt, um offenkundig den Zeugen Jehovas ihr Revier streitig zu machen, nein… nun verfolgt mich ein Paar wild stierender, glasiger Augen.

Von wem die Rede ist? Von Jimmy Wales, dessen in-die-Knie-zwingender Blick vom obersten Teil jeder wikipedia-Seite zu-unmenscheln scheint.
Die Murmeln eines Kugellagers erblassen neidvoll und auch der greise Terence vom Berg schaffte seinerzeit auf der Wales-Skala maximal ‚ne blauaeugige Drei.

Gut… schoener Zweck. Soll mal wieder gespendet werden. Kleinkariert, wie wir sind, werfen wir just zur Zeit der Jahresdemarkation zuhauf mit Silberlingen um uns. Voellig gleichgueltig dem aechzenden Konto gegenueber. Indes… weshalb diese verstoerende Mischung aus Bitte und Endgueltigkeit, die gleichermaszen im Abbild des Benamsten kenntlich zu sein scheint?

Warum diese agressive Anbiederung von Vertraulichkeit und Einnahme mittels Offenherzigkeit? Kann meinereiner nicht mal mehr schrullig und unerkannt durch die klebrigen Untiefen der Netzlichkeit waten? Laedt dererlei Bedarftheit letztlich zur kollektiven Konterfeiplakatierung eines jeden im zuenftigsten Sinne des Gruppenzwangs ein?

und… was kommt als naechstes? Nimm Heino die Brille ab und aeugelt uns kirschroetlich in die Klapse? Oder wird’s ein Japaner sein, dem es gelungen ist, Mila-esque Augen zu implantieren, deren Textur im unteren Bereich durch die Stueckelung immer latent an die Netzverfuegbarkeit eines Handys erinnert?

Fragen ueber Fragen. Ich such mir derweil ne Tuete fuer den Kopf.

„Ich mach das schon seit 20 Jahren!“

Tadah, ich lebe noch! Der/die/das Blog ebenfalls.

Wie bereits randlich irgendwo erwaehnt, widmete ich mich in den letzten Wochen vermehrt der Translokation meines gesamten Hausstandes, kurz: Umzug.

Dementsprechend war ich weder gewillt, noch in der Lage, hier etwas zu aktualisieren.

Nun muss es indes eine drei Kilo schwere Ratte mit skallpellscharfen Schneidezaehnen sein, die in mir Quartier bezogen hat, denn es nagt nunmehr gewaltig, ob des Umstandes fehlender Neuveroeffentlichungen.

Darum an dieser Stelle eine der Anekdoten die sich in letzter Zeit haeuften. Denn offensichtlich ist es mir in diesem Leben wohl nicht mehr vergoennt, problem- und stressfrei umzuziehen.

Darum habet nun teil an der Sage, auf das ihr mir glaubet jed‘ einzeln Floskel, so ich euch versichre, das kein Fakt hinzugedichtet wurde. Einzig die Ausschmueckung erfolgte eingedenk dem Kampfe wider literarischer Tristesse.

Wir hatten einen Zeitplan. Zeitplaene sind gut, denn sie helfen dabei, das Chaos… nicht zu ordnen, aber in uebersichtliche Scheibchen zu hacken. Sie werden aufgestellt fuer verschiedenste Gruppen und Aufgaben. So auch fuer Handwerker.

Handwerker(-le), das: Ganz und gar nicht possierliches Tierchen, welches sich vom Geld, Blut und den Traenen jener ernaehrt, die es engagierten. Wider bessren Wissens und in der irrigen Annahme, dass fachmannfrauliche Kompetenz zum Tragen kommt, um diverse Taetigkeiten zu erledigen. Vokabeln wie Termine und Puenktlichkeit  verfangen selten bis nie in deren Dickschaedeln. Dies wird im Regelfall durch eine gewaltige Menge Ego und Grobschlaechtigkeit kompensiert, zum Unwohle aller Beteiligten.
Sollte eines der seltenen Exemplare angeheuert worden sein, welches nicht nur etwas vom dem versteht, was es da tut, sondern dies auch tatsaechlich an Ort und Stelle umsetzen kann, so ist hier IMMER eine Rechnung zu begleichen, deren Hoehe dem Bruttoinlandsprodukt eines kleinen Landes nachhaltigen Schaden zufuegen koennte.

Getreu dieses aus zerknirschter Selbsterfahrung entstandenen Abrisses hatten wir mit diversem… Gezuecht zu kaempfen, welches unsre zukuenftige Heimstatt bevoelkerte.

Erwaehnenswert an dieser Stelle ist vor allem jenes Individuum, welches in Eigenleistung saemtliche Arbeitsprozesse zum erliegen bringen sich in der Lage sah. Der Parkettschleifer.

Ich hole ein wenig aus.
Ein durchaus ansehnlicher Parkettboden ziert die Wohnstatt auf drei Ebenen. Waehrend diese im Untergeschoss geradezu formidabel daherkommt, ist deren Zustand im Erd- und Oberhaus nach vormietlicher mehrdekadiger Nutzung mit „fortgeschritten verlebt“ hinreichend beschrieben.

Kratzer, Flecken, lose Brettchen; eben das volle Programm, was die Abnutzungserscheinungen hergeben koennen.
Ein Handwerker wurde angeheuert, um dem desolaten Zustand der Trittflaeche Herr zu werden. Zum Glueck – fuer ihn – nicht durch uns, sondern durch den Vermieter, da er am Ende sonst mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Haus nicht mehr lebend verlassen haette. Aber dazu spaeter mehr.

Kommen wir zunaechst zum oben erwaehnten Zeitplan.
Einen vollen Monat hatten unser Vermieter in Spé und wir geplant um die Wohnhoehle auf Vordermann zu bringen. Essentiell ist dafuer gerade solch Prozess wie das Schleifen und Versiegeln des Parketts, da vorher wenig bis nichts in den entsprechenden Raeumlichkeiten gemacht werden kann. So kann nach erfolgter Behandlung die Latschflaeche zirka drei volle Tage nicht befusst werden.

Die ersten zwoelf Tage war der Mietling samt und sonders ausgebucht, so dass der Tag seines Schaffensbeginns auf einen Samstag gelegt wurde. Aergerlicherweise auch jener Tag, an dem wir die bucklige Verwandtschaft zur Maloche noetigten. Aber man kann sich ja arrangieren.

Besagter Wochenendtag stellte sich wider Erwarten als erstaunlich oragnisationsstressfrei heraus, was aber einzig der Tatsache geschulde war, dass Kollege Schleifer nicht geruhte zu erscheinen.
Der Vermieter wurde gehoermuschelt und jener tat dies dem Handerwerker gegenueber gleich. Letzterer meinte von nix zu wissen, obgleich ALLEN Beteiligten der Tag seines Einschlags hinlaenglich bekannt war. Den NAECHSTEN Samstag hat er sich in den Kalender gemeisselt, tat er kundt. Nun gut. Das heisst, „nun schlecht“. Aber wir arrangierten uns, spielten eine Runde Aufgaben-Tetris, gaben uns allgemeiner Angefressenheit hin und baldowerten mit dem Hauseigner aus, wie wir nun vorgehen moegen (moegten/magten/maegten/muechteten?).

Der Plan partieller Fertigungsvorgaenge kristallisierte sich heraus. Dementsprechend wurde ein Holzkuenstler der Sippschaft des Vermieters beauftragt, beginnend mit der kommenden Woche den mittelgeschossigen Boden zu verarzten, als dann der eigentliche Kalenderanalphabet seinen angepeilten Termin nutzen sollte, die oberste Wohnebene zu behandeln. Dies gaebe uns Zeit, in sieben Tagen die wieder gangbare mittlere Ebene in Eigenregie zu verunstalten, waehrend das dem Dach naechste Level geruhsam vor sich hintrocknen/aushaerten/was-auch-immern konnte.

Gesaegt, tun getan (jaja, geklaut, ich weiss ;p). Mon-, diens-, mitt- und donnerstaeglich wurde – sehr professionell, wie ich beurkunden kann – vom Sippschaftsschreiner das Vorhaben angegangen und der Boden ward FERTIG. Am Freitag BEGEHBAR und SCHOEN.

Es folgte der Samstag. Wieder mal ein Samstag. Gleich seinem sieben Tage aelterem Vetter neigte er ebenfalls dazu, mir nicht durch Gefallen im Hirn zu verweilen.
Ich automotorisierte mich in die zukuenftige Heimstatt und fand – oh, fuerchterliches Wunder – den Originalparkettentkratzer bei der Arbeit vor. Toll, super. Ueberpuenktlich und schaffensfroh grinste er mich an und gab zum Besten, dass sein Werk mit dem kompletten Bodenabschleifen bereits vorangeschritten waere und es nun nur noch der Versiegelung und Lackierung beduerfe.

Spitze… WENN DAS ARSCHLOCH NICHT NOCHMAL(!) DEN GLEICHEN BODEN ABGESCHLIFFEN HAETTE!

Ich habe zwei Adern auf der Stirn, die dazu neigen hervorzutreten, so Mens und/oder Physis meiner Person ueber Gebuehr beansprucht werden. Es war soweit. Zum Glueck gab’s in der Wohnhuelse noch keinen Spiegel, sonst haette ich sicherlich feststellen koennen, dass ich aussehe wie einer jener Ausserirdischen, der mit ueberproportionalen Hirn bei den Looney Tunes Kraft seiner Gedanken Objekte und Personen beeinflusst, was sehr eingehend durch pulsierendes Blutbahngeflecht auf dem Riesenschaedel dargestellt wurde.

Ich bin nicht ausgetickt, im Gegenteil. Auch wenn ich in tippender Form nicht unbedingt auf den Kopf gefallen bin, fehlten mir Vokale, Silben, ganze Worte und Saetze gar, um zu umreissen, was ich von ihm hielt und welcherlei Zurechnungsfaehigkeiten, abgeleitet von den Paarungsgewohnheiten seiner Sippschaft mit Haus- und Hoftieren, ich vermutete.

Als dann – es war der Daemlichkeit bei weitem noch nicht genug – ist auch JENER Satz gefallen, von dem ich nicht annahm, ihn jemals in freier Wildbahn zu hoeren: „Das war aber noch nicht abgeschliffen. Das haette ich doch gesehen. ICH MACH DAS SCHON SEIT 20 JAHREN.“.

Tja… was soll man da noch aeussern? Ein Vertreter jener Klientel, deren Ruf bestenfalls als „zweifelhaft“ in einem Wort zusammengefasst werden kann, haemmert ihr den Standardnagel in den Sarg mit jener platten Floskel, die nicht nur dummdreist daher kommt, sondern einfach ausgemachter Bloedsinn ist.

Den Rest kuerze ich ab. Er „machte feddisch, Boden unten“. Anschliessend hab ich ihn rausgeschmissen. Hernach den Vermieter angerufen, dessen Sippschaft neuerlich organisiert und… nun ja… wir haben geschossuebergreifend inzwischen nutzbaren Boden.

Solcherlei Unwaegbarkeiten zerren am nervlichen Kostuem. Natuerlich war uns des Problems Singularitaet nicht vergoennt, indes wuerde ich nun inzwischen den Fertigstellungszustand des Hauses mit „nahezu komplett“ umschreiben.

Weitere Exzerpte diesbezueglich werde ich wohl nicht veroeffentlichen, da schon die Erinnerung an besagtes Erlebnis sehr sauer aufstoesst.

Demnaechst also wieder Ausfluege in schoenere und lustige Gefilde frei von Lug und Trug. Politik, Wirtschaft und dergleichen… ;-)

Bis dahin, gotchi.

Saeumig bin ich…

…kann nicht schreiben.

Nun, derzeit zumindest ist die Zeit, die mir dafuer zur Verfuegung stuende denkbar knapp und zumeist mit allerlei Taetigkeiten á la Fliesen legen, tapezieren und anderweitigen physischen Foltereien sattsam gefuellt. Kurz: Ich ziehe um. Dazu spaeter mehr – eventuell. :)

Desterwegen an dieser Stelle einzig ein paar profane Zitate aus meiner Arbeitswelt, nebst einer weiteren Baeckerbluete.

Disponent ruft Drucker im Urlaub ran, ob dieser wegen Personalknappheit eine Woche verkuerzen und in 3 Tagen arbeiten kommen kann.

H(am Telefon): „Mensch S.! Wie laeuft’s? Urlaub jut? Hoert man gern. Dann haeng doch noch zwei Tage dran!“

„Ich hab mal die Kaffeekanne sauber gemacht. Weisste, was da schon fuer ein Rand drin war? Den konnteste schon wie ‚ne Beilage als Keks mitessen.“

M: „H.? Kannst du morgen beim L. mit an die Schneidmaschine gehen? Der ist da ganz alleine und hat gerne jemanden zum reden.“ (Anm.: L. ist gehoerlos und in der Weiterverarbeitung sind schaetzungsweise 80db Dauerbeschallung.)

A(Schwabe): „M., hascht Kaffee g’macht?“
M(Sachse): „Nein, ich hab kein Kaka gemacht.“
A(Schwabe): „Ja ja, Deutsche Sprache, schwere Sprache.“
I(Sachse): „Das muss man sich hier von ‚nem Schwaben sagen lassen.“
A(Schwabe): „Hohoho… Moment mal grade diese Fraktion.“

M(die ‚Cola-Light‘-Flasche von A. schuettelnd – war grade die PR-Aktion mit den Diamanten): „Wenn da’n Diamant drin is, kanner’s auch ohne Kohlensaeure saufen.“

M: „Ich kann ja mal den I. aergern.“
I: „Du kannst mich mal massieren!“
M: „Ich denk du hast ‚ne feste Freundin?“
I: „Sicher, aber ich lass mich gerne von starken Maennerhaenden massieren.“
M: „Dann frag doch mal A., der hat sicher Zeit.“
U: „Er sprach doch von starken Maennerhaenden.“
M: „Ach so.“

I: „Ein Fleischkaese gross und fein. Mit Senf“
Baeckerin: „Gross und klein?“
I: „Gross und fein…“
Baeckerin: „Mit Zeitung?“
I: „…nein. Und eine Vanillemilch.“
Baeckerin: „Banane?“
I: „Vanille.“
Baeckerin: „Mit Senf?“
I: „Den Fleischkaese… ja.“

Ich glotz TV

Manchmal frage ich mich, warum ich meine hier plakativ zur Schau gestellte Griesgraemigkeit derart kultiviere. Dann schalte ich den Fernseher an… und weiss warum.
Nein, ich meine nicht einmal das Gros der debilen Sendungen, die das vorgaukeln, was sich wohl so mancher Wirtschaftswissenschaftler unter zufriedenstellender Interaktion des Konsumenten mit Mistschleudern wie 9live vorstellt.

Fuerdernebst echauffiere ich mich ueber Ausstrahlungen, welche im Mantel der Serioesitaet etwas herbeiorakeln, was sie selbstgefaellig ‚Nachrichten‘ nennen, oder ‚News‘ wie sich RTL2 platt und niveaulos mit dem englischen Analog anbiedert, das auch nur noch vom etymologischen Ursprung her mit objektiver Berichterstattung und sozialer oder ueberhaupt einer Relevanz zu tun hat.
Hier liegt der Hungertote aus Afrika von der Sendezeit weit abgeschlagen hinter den neusten Geruechten der im Gulag der Castingkotze erbrochenen Retortenbands zurueck.
Journalisten prostituieren sich an der Heimatfront und berichten monatelang ueber den gesellschaftlichen Tod eines meterologischen Schaffenskollegen, oder suhlen sich aufgegeilt wie die Hyaene im Aas der Fakten ueber die Flut in Pakistan.

Alles live und moeglichst widerwaertig. Staendig auf der Suche nach noch schrecklicheren, weil Einschaltsquoten steigernden, Eindruecken, kaschiert mit einer Trauermiene, die geradezu perfekt auf Sendelaenge des verbrochenen Beitrags passt, da alles, was darueber hinaus geht wahrscheinlich zu Muskelschmerzen im Gesicht der Berichterstatter fuehren wuerde.
Dies stellt indes nur den Prolog einer Maer dar, die keinen Tag um die Steigerung und Ausschmueckung banaler, wie schrecklicher, obsoleter, wie sonstiger Ereignisse verlegen ist.

Waehle ich zum Beispiel nur der Ereignisse Drei, aus der unmittelbaren Vergangenheit, aergere ich mir schon die Kraetze samt Schorf an den Hals.

#1: AKW-Laufzeitverlaengerung
Die Energiekonzerne zeigen sich bockig hinsichtlich einer staerkeren Reglementierung und Besteuerung der Atomenergie und ‚drohen‘ mit dem sofortigen Ausstieg.
Hallo? Hab ich irgendwas verpasst?
Nachweislich gibt es hierzulande kein in irgendeiner Weise noch vorhandenes KnowHow hinsichtlich der Entwicklung und effektiven Sicherung einer Kernkraftanlage.
Das einzige was seit Jahren zunimmt, sind meldepflichtige Stoerfaelle in selbigen Einrichtungen.
Besagte Groeszen dieses Wirtschaftszweiges sind in meinen Augen nicht etwa unverschaemt, sondern ergreifen einfach die Initiative, die ihnen die berliner Narkoleptiker im feinen Zwirn bieten.

Denn das merkelsche Moderatorenteam (spaszhaft auch ‚Regierung‘ genannt) ist keinen Deut vernuenftiger.
Es leckt sich gierig ueber die metaphorischen Lippen in Erwartung von Geldern auf Kosten der Sicherheit und wider bessren Wissens. Da wird freimuetig mit der Gesundheit einer Bevoelkerung gespielt, die vor nicht allzu langer Zeit wegen weitaus geringerer Possen mit Heugabeln und Fackeln in der Residenz dieser Clowns Einzug gehalten haette.
Solange sich Kohle draus schlagen laesst, warum nicht? Nach uns die Sintflut oder zumindest einen Logenplatz zum spannen!

Was heisst ueberhaupt ‚drohen mit Ausstieg’? Auch wenn es Nahe liegt, aber derart verstrahlt kann doch niemand sein, um darin irgend etwas negatives zu sehen, oder? Ist Intelligenz aus der Mode gekommen und tritt geistige Baumwolle die neue Herrschaft an?

#2:
Loveparade – Ein Gutteil jener, die schon das Wort lesen, haben nun keine Lust mehr, weiterhin den Zeilen hier zu folgen. Ich kann es keinem verdenken.
Es hat ja ganz gut gepasst in die Baisse sommerlicher Nachrichtenvielfalt. Menschen sterben, und keiner war dran Schuld.
Bitte nicht falsch verstehen, das Ereignis per se ist schrecklich, keine Frage. Nur das was draus gemacht wird, ist einfach nur ekelhaft.
Auch dem letzten war zehn Minuten nach bekannt werden der Vorfaelle klar, dass in den naechsten zwei bis drei Wochen am Schauplatz des Geschehens die Medienkasper wie die Nutten am Bahnhof ihre Schaumstoffdildos mit dem Senderlogo lutschen, auf dass ein jeder sich dran ergoetzen und aufgeilen kann.

Oeffentliche und private Stellen, die federfuehrend dafuer verantwortlich waren, bieten ein Bild wie Paviane im Zoo, welche sich gegenseitig mit Scheisse bewerfen. Analog primitiv und nicht ein Stueck konstruktiv.

Schlimm ist, dass sich ein jeder aus den Untiefen der eignen Nudelsuppe herauslesen kann, dass sich letztlich nach Jahren eines juristischen Pingpongspiels kein eindeutiger Schuldiger ausmachen lassen wird.
Entschaedigung, Schuldeingestaendnis, Vernunft? Wie kommen Sie denn auf das schiefe Gleis? Schaun Sie mal bei Gelegenheit wieder aufs eigene Schild an der Vitrine. Da steht ‚Mensch‘ und ‚Deutscher‘ noch dazu. Der kennt solche Begriffe nicht.

#3:
Ich lass es fuer heute mal bei dreien bewenden, um den Spiegel meiner Magensaeure nicht zu sehr aus dem Gleichgewicht geraten zu lassen.
Es handelt sich aber auch beim letzten Punkt um ein Thema das mich zwar laut, aber bitter und trocken Auflachen laesst.
‚Gebuehren fuer das Abheben an institutfremden Geldautomaten‘.
An anderer Stelle werde ich mich sicherlich noch ueber diesen Zweig an sich mockieren, momentan aber nur ueber den neusten Ulk.
Unsere Politik hat in bekannter Umtrunklaune nach einem gefuehlten Jahrtausend mit Bestuerzung festgestellt, dass die erhobenen Gelder fuer die monetaere Aufstockung am Blechbanker irgendwie unverhaeltnismaeszig sind. Beachtliche kognitive Leistung, wenn man bedenkt, wer sie zustande brachte.
Alsdann kamen sie in Alt-68er-Manier daher und merkelten an, dass es ‚wohl mal voll nicht gut ist und so‘.
Super. Gibt den Daumen fuer resolutes Auftreten.

Voellig in ihrer Verantwortung gepackt, lenkten die Sparkassen – ein Spaszverein, dessen Geschaeftsgebahren mit ‚unverschaemt‘ nicht mehr ausreichend umschrieben ist – schliesslich ein und praesentieren sich nun in ungewohnter Kompromisslaune.

Nein, nein, keine Sorge; Sie muessen sich nicht an veraenderte Verhaeltnisse gewoehnen, die Sie in ihrem Alltagstrott nur unnoetig verstoeren koennten. Gebuehren wird’s weiterhin geben.
ABER… – und jetzt kommt der Knaller – sie werden ihnen Live und in Farbe direkt auf dem Bildschirm angezeigt!
Wahnsinn! Ich war auch voellig aus dem Haeuschen.
Begruendet wurde es mit ‚gesteigerter Transparenz‘ und ‚Wettbewerb‘.

WUHAHA… ein Brueller. ‚Gesteigerte Transparenz‘ habe ich auch, wenn ich den Fokus nur ein wenig ueber den Automaten schweifen lassen, da kleine Leimzettel seit Alters her die Kosten aufschluesseln.
Offensichtlich haben moderne Menschen nur noch und ausschliesslich einen Wahrnehmungswinkel von 2°.
‚Wettbewerb‘ tuepfelt hier noch das ‚i‘, welches ‚gesteigerte Transparenz‘ bereits phallisch in den Garten haemmerte.
Inwiefern hat es noch irgend etwas mit Wettbewerb zu tun, wenn mich ein – wie auch immer gearteter – Umstand dazu treibt, nicht beim Hausgeier vorbeizuschwaenzeln, sondern ueber einen anderen Horst die eigene Penunze zu pluendern? Nix. Eben.

Genug an dieser Stelle. Die Nachrichten und der Zirkus, der sie praesentiert reichen jeden Tag fuer ein ganzes Leben.
Nach richten… was hat die eigentliche Herkunft dieser Floskel denn noch mit ihren verzogenen Baelgern zu tun, die gefallsuechtig sind, statt informieren und Fundamente zu schaffen, die im kantschen Sinne eine Reflektion in uns erwecken koennten.

„Habe Mut deine eigne Senderwahl zu bedienen.“ So weit sind wir doch inzwischen.
Ich schlage den groszen roten Knopf vor, um das Gewoelle ersterben zu lassen, welches in unsere Heimstatt stuerzt.
Nachrichten gibt’s… aber anderswo.

So long.

Neue Kategorie: Abartiges Arbeiten

Zuweilen – eigentlich unentwegt – hagelt’s an meiner Schaffensstatt jede Menge bloeder Sprueche. Verschwendet, wenn nicht memoriert.
Desterwegen gibt’s nun unregelmaeszig repetierend eine Sammlung diverser Sprueche, die unsereins (im Sinne von;: meinen Kollegen und mir) waehrend des Arbeitsalltags so aus der leeren Birne fallen.

Eine Unterkategorie hierbei stellt die unfreiwillige Komik unserer Baeckersfrau dar, die mit „final verwirrt“ sattsam umschrieben ist.

Doch genug des Prologs.


M: „Der Herr B. kam grade weinend zu mir gelaufen. Ihm stehen die 15 Haare und beide Ohren zu Berge.“

O: „Hey Ossi, was willscht bei mir?“
I: „Hier roch’s nach Bananen.“

M: „Der Horst? Das ist kein Schwabe, das ist ein Badenser. Die haben schaetzungsweise 3 Knoten mehr in der Zunge. Erst letztlich an einem seiner guten Tage, hab ich ihn gefragt: ‚Horst? Hast was zu mir gesagt oder war’s nur ein Ruelps?‘.“

M: „Kuck mal, die Heidrun war beim Friseur.“
I: „Ich weiss, aber sag nix fieses, die schlaegt dich tot.“
M(laut): „Schau an, die Heidi war beim Friseur. War auch hoechste Zeit, die war ja gestern noch total verwachsen.“

I: „Lass mich Kaffee machen, deine homoeopathischen Dosen schlagen bei mir nicht an.“
M: „Nein, was du machst ist kein Kaffee, sondern Bitumen.“

I: „Ich finde, grad hab ich den Kaffee gut hinbekommen.“
M: „Das ist ja auch Melitta Auslese. Damit schafft das auch der letzte Idiot. Omas koennen ja auch mit Gehhilfe wieder laufen. Alles eine Frage der Unterstuetzung.“

T(nachdem er unsere Putzfrau in kurzer Hose und roten Leggins gesehen hat): „Kann man sowas nicht verbieten? Gibt’s denn hier keine Grenze?“


Erlebnisse bei der Baeckersfrau:
M: „Ich haette gerne einmal Pizzafleischkaese klein mit Senf.“
Baeckerin: „Gruen?“
M: „Nein, klein.“

A: „Zwei Pizzafleischkaese ohne alles und ein Amerikaner.“
Baeckerin: „Mit Senf?“
A: „…ohne alles.“
Baeckerin legt zwei Broetchen hin, rechnet sichtbar angestrengt.
Baeckerin: „3,45 Euro.“
A: „Hm… und mein Amerikaner?“
Baeckerin: „Oh, stimmt. Da war ja noch was.“
Holt das Ding und rechnet wieder angestrengt.
Baeckerin: „3,45 Euro.“
A: „…“
Zahlt und geht.

spontanes haiku

kaffeepack aufschneiden
sanft zusammendruecken
sinnlichkeit

Im Vorbeigehen…

…nur mal fix hier zwei Links reingeworfen.

#1 sind ein paar Audio-Beispiele, die dem Groszteil der Draufklicker nix sagen werden. All jenen wenigen allerdings, die damit was anfangen koennen, wuensche ich viel Vergnungen bei ein paar sentimentalen Erinnerungen. ^^

#2 geniales *.gif von extraordinaerer Laenge (ruhig mal auf die Uhr schauen *g*). finde sowas toll :3

Alles wird gut

Technik, oh Heilsbringer und Geiszel der wir uns in Hassliebe verbunden sehen. So rein und unschuldig koennte unser Verhaeltnis zueinander sein, waer nicht der Mensch dein Schoepfer und Verstuemmler.
Damit meine ich nicht einmal so gewichtige Dinge wie zum Beispiel des Deutschen Atommeiler, der aus der Geldgeilheit einer Unzahl von Lobbyisten und Politikern heraus immer noch zufrieden vor sich hinglueht und demnaechst wahrscheinlich irgendwann mal „Ueberraschung!“ schreit.

Nein. Die Zersetzung erfolgt – wie so oft – im Kleinen und Alltaeglichen. Dessen wurde ich mir erst letztlich wieder schmerzhaft bewusst, als es fruehmorgens gegen dreizehn Uhr an einem meiner kargen freien Tage an der Tuere klingelte. An dieser Stelle kurz ein ehrlich gemeintes „Dankeschön!“ an meine Hündin, die offenkundig Bescheid weiss, dass meine Aufnahmefaehigkeit waehrend der Schlafphase in etwa die eines katatonischen Zombies ist und demzufolge, voellig undamenhaft, im finstersten Basse durchs Zimmer Wufft, so auch ich der Pforten Klang Notiz zu nehmen in die Lage versetzt werde.

Ich brülle… irgendwas und hoffe der Penetrantus Unbekanntus, welcher mich zu solch finstrer Stunde aus der Schlafstatt wirft, geduldet sich nach meiner Lautmeldung noch ein Quentchen seiner verkorksten Zeit laenger harrend auf meiner Schwelle.
Alsdann schwinge ich mich behende wie ein Wombat aus dem Nachtnest, trete in den Hund, was dieser mit Wedeln, abschlecken und froehlich aus dem Hals stinken quittiert.
Halb stampfend, halb schlurfend erreiche ich das Bad um mir eine Gewandung um den Koerper zu schlingen, die Gandalf, dem Weissen zur Ehre gereicht haette, waere sie nicht aus Frotteestoff gewesen.
Schlappen oder nicht Schlappen, saegt mir ein Haushaltsshakespeare am noch instabilen Nervenkostuem.
Ein insistierendes, weil sich wiederholendes, Klingeln nimmt mir die Entscheidung ab.

Den Schluesselstahl im Loche versenkt, um zu oeffnen der Heimstatt meinige dem unbekannten Individuum.
Sicher, in meiner Wohngegend waere es vielleicht ratsam, zunaechst den belinsten Spanner in der Tuermitte zu Rate zu ziehen, wer danach duenkt meiner Aufmerksamkeit zu heischen, aber ich hab’s gern so. Hat was heisenbergisches.
Ein Fehler. Zumindest ohne Sonnebrille war es einer. So plaerrt mich hell und in einer stoffgewordnen Widerlichkeit eine Arbeitskombi in Gelb und Rot an.

Ihr Traeger hingegen ist verhalten ruhig. Wahrscheinlich biete ich nicht den vertrauenerwecksten Anblick, mit Zwoelftagebart, langen, in alle Richtung abstehenden und -haengenden Haaren, einem Gesicht, das kurz vorm Fletschen der Zaehne ist und das Ganze verpackt in einem plueschigen, weissen Bademantel.
So gegenseitig musternd, gaben wir uns dem Moment schweigend hin und wussten beide: Es kann heute nur noch besser werden.

„Hab hier ‘n Paeckchen.“, raunte der mir nun eindeutig als DHL-Scherge kenntlich Gewordene zu.
Leicht gebrochen und dialektgefaerbt. Dies und seine Hautfarbe, die mich an eine grosze Tasse Cappucino denken laesst, teilen mir mit, dass er sich wie so viele seiner Brueder und Schwestern im Geiste zum Buettel der hier herrschenden Germanenkaste hat machen lassen, um sich solcherart zu kleiden um mir subtil und stumm zu verstehen zu geben „Hier steh ich nun und kann nicht anders.“.

Doch statt einem in Packpapier geschlagenen Klotz, reckt er mir ein… Ding, nebst Stift entgegen. Sieht aus wie ein C-Netz-Handy mit Pistolengriff aus Duplo-Bausteinen.
Erst stutzte ich, dann schalt ich mich insgeheim selbst. Die morgendliche Desorientierung hatte sich noch nicht zur Gaenze gelegt, so dass ich annahm, in analoger Form zu erhalten, was seinen Weg von seiner noch anonymen Quelle auch dergestalt bewaeltigt hat. Jaja… die alte Zeit.
Heute ist natuerlich alles besser, weil digital (weiss eigentlich auch nur ein Promill der Nutzer dieser Vokabel ueberhaupt Bescheid ob ihrer etymologischen Herkunft?).
So nahm ich den Stift entgegen, da er den Duploblock nicht hergeben wollte und zeichnete gegen.

Das heisst… ich wollte es. Nur, wo Papier ist ein gar trefflich Fundament fuer Krakeleien, Texte, Bilder gar, versagte dieses Stueck TECHNIK (ah, der Ringschluss) hier vollends.
Ein offensichtlich sattsam mit Teflon beschichtetes Scheibchen, welches Bildschirm zu nennen mir die Vernunft verbot, sollte ich kerben. Ha! Lieber siebe ich Scheisse aus dem Katzenklo – von Hand!
Nur wusste ich Bescheid. Der Rotgelbmann wuerde nicht entlassen in meiner Arme Freiheit, das Paeckchen, welches liegt bereits zu seinen Fuessen. So nah und doch so unerreichbar.

Leicht laechelnd harrt er immer noch auf meine Signatur. Ob’s ermunternd gemeint ist? Oder amuesiert er sich angesichts der Begehrlichkeiten, welche er in den von ihm beklingelten ahnungslosen Opfer weckt, so sie der nahen Beute gewahr werden?

Erneut hub ich an. Ignorierte – wie immer – sonstige Ikonographien auf der Scheiblette bewusst, um mich nicht selbst durch etwaige Bannsprueche oder Seelenverpfaendungserklaerungen, die ich mit meiner Unterschrift absegnete, zu verwirren. Ich fasste Mut und Stift – in dieser Reihenfolge – feste und… kritzelte munter drauf los.

Was ich schrieb… OB ich schrieb. Niemand weiss dass. Wahrscheinlich goutiere ich mit meinen Krakeleien nur irgendwelche obsessiven Fetische unbekannter Postoberen, die sich am Unbehagen all jener weiden, die – selbst wenn sie es wirklich versuchten, NIEMALS in der Lage waeren, so etwas wie eine ordentliche Unterschrift auf dieser elektronischen Fessel des Alltags zu hinterlassen. Nun ja… ist vielleicht auch besser so.

Postum scriptum natum (ich kann nicht mehr Latein, als Asterix mir beibrachte, aber irgendwie klingt’s gut *seelig sabbernd aus der Waesche kuck*):

Abschliessend vielleicht noch eine Anmerkung zur ABGABE solcher Sendungen in der oertlichen Brief- und Pakethoelle.
Ich halte sie kurz, da sie mich a.) nicht direkt betrifft und b.) einzig aufzeigt, dass besagte Postobere in ihrer Gier nach Demuetigung anderer wohl auch nicht Halt machen vorm eignen Personal.
Gab unsereins Anno Dunnemals massiges Sendwerk noch mit selbstgeleckten Zettelchen auf, die wir brav auf frei gewaehlte Seiten der Packwurst klebten, so hat auch hier der Modifikant sein Unwerk getrieben.

Be-barcoded wird nun alles, was zu schwanger fuer eine Briefsendung daherkommt.
Alsdann nimmt das Postdienstfrettchen ein weiteres Duplo-Analog in die Haende (ascheierschalenfarben trifft’s wohl ganz gut), markiert in luminiszenter, roter Markierung den Sendekorpus und gebaerdet sich nahezu schmanistisch so lange ueber dem Objekt, bis der Leuchtpunkt ins Gruene kippt.

Gesten dieser Art kenne ich sonst nur noch von samoanischen Schlangenbeschwoerern, denen daran gelegen ist, den lebenden Lederstrumpf voller Gift in Ermangelung einer Floete, mittels ihrer Hand zu hypnotisieren; oder von tuerkischen Barbesitzern, die ebenso erfolgreich wie ueberfluessig auf moeglichst effektvolle Weise Tee einzugieszen gedenken.

In diesem Fall gestatte ich mir, nicht ganz frei von Schadenfreude, ein kleines unbemerktes Laecheln und verspreche mir, naechstes Mal ein Bild davon zu machen.

Ich mieser kleiner Erbsenzaehler

Gleich jedem anderen Wesen auf diesem Planeten, dessen zerbebrale Leistungsfaehigkeit die eines handelsueblichen Toasters in der Regel uebersteigt (landlaeufig verschrieen unter Homo sapiens sapiens), froehne ich einem Fetisch…

Nun lasse ich mich nicht lederbemantelt mit pinken Honigpeitschen durch einen Schweinestall jagen oder nenne ich gar einen Schrebergarten mein eigen. Nein… es gibt schliesslich Grenzen – und wenn es nur die selbst gesteckten sind.

Innerhalb dieser jedoch pflege ich eine Eigenart, die ab und an nicht zu Unrecht als ‚Korinthenkackerei‘ betitelt wird. Sie gilt geschriebenem, wie gesprochenem Wortwerk.
Ich fuehrte dereinst ja schon einmal aus, dass ich die rechtschreibliche, sowie grammatische Gestaltung in Eigenregie vornehme, so sie meinem Auge wohlgefaellig erscheint. ‚ae‘, ‚oe‘ und ‚ue‘ stellen dabei nur einen Teil jener hoechst subjektiven Kriterien dar. Einige Passagen strotzen nur so vor Anglizismen und Wortbahrung geistiger Widerlichkeit, waehrend sie von mir an anderer Stelle kategorisch vermieden werden. Nun gut… Logik machte ich nicht unbedingt zum granitenen Fundament (sic) meiner Schreibweise.

Dies aber nur vorweg. Weniger eine Entschuldigung, als vielmehr ungefaehres Gefuehl moechte ich mit diesen einleitenden Worten vermitteln, wenn ich hiernach auf Phrasen und Woerter des Alltags Bezug nehme, die – gleichwohl sie in stetem Gebrauch zu finden sind – mich nur all zu haeufig enervieren.
Oft sind es weniger die Worte selbst, als viel mehr der unflektierte Kontext und die ahnungslose Leichtigkeit in deren Zusammenhang sie den Eingang in Myriaden von Texten, Monologen, Dialogen, Vortraegen, Reportagen, etc. finden.

Um ins Detail zu gehen, widme ich mich an dieser Stelle einem Wort, welches mir in der Regel das Gefieder straeuben laesst (respektive lassen wuerde, so ich eines besaesze).
Es handelt sich um den oder die vielfach zitierten ‚Experten‘.
Wer dieses Wort aus der Versenkung verstaubter Lateinstunden emporschaufelte, gehoert in meinen Augen mit einem Duden erschlagen.
Warum ich mich so echauffiere? Nun… ueberlegen wir einmal, was ein Experte ist. Welche Qualifikation hat man vorzuweisen, um als selbiger zu gelten? Ist es ein Titel, uebertrag- oder vererbbar gar? Kennzeichnet er einen bestimmten Schlag von Individuen?
Bis auf die letzte Frage, lassen sich alle vorangegangenen nur negativ beantworten.

Der Experte ist – meiner subjektiven Auffassung nach – ein Wesen, welches sich einer der schwammigsten Betitelungen seiner selbst bedient oder diese von anderen in zweifelhafter Absicht verliehen bekommt, um dumpf und kaum verhohlen, kaschieren zu wollen, dass es hier zu keinerlei – wie auch immer gearteten – Vorbildung, betreffs eines bestimmten Wissens- oder Schaffensgebietes gekommen ist, dessen sich nun selbiges Wesen gegenueber aus bornierter Selbstueberschaetzung heraus in der Lage zu sehen scheint, wie auch immer geartete Meinungsfaeake abzusondern.
Ob diese nun tatsaechlich Relevanz zum eigentlichen Sachverhalt aufweist und/oder richtg oder falsch ist, ist hierbei zunaechst mindestens zweitrangig.
Geadelt mit einem Titel, dessen Huelle so duennhaeutig und hohl ist, wie jene die sich gern darin geschmueckt sehen oder andere damit benamsen, latschen sie gefragt wie ungefragt in Diskussionsrunden, Mikrofone, Feuilletons, und auch sonst ueberall dahin, wo die Medienwelt nach schaler Bestaetigung nebuloeser Fakten geiert oder Fachkompetenz vorgaukeln mag.
So huellt man sich ohne dem Beweis der eignen Zurechnungsfaehigkeit (sowohl auf Seiten der den ‚Experten‘ Beauftragenden als auch auf der des ‚Experten‘ Seienden) in eine Wolke zweifelhafter Wissens- und/oder Schaffenspotenz die all zu oft verpufft, so man ihr staerker auf den Zahn fuehlt.

Aergerlich wird’s vor allem dann, wenn tatsaechlich ein Mensch seine Meinung kundtut, der vielleicht gar wirklich weiss, wovon er/sie spricht. Aber nein, wir kauen dem konsumierenden Mob lieber alles vor und mahlen Begriffe wie ‚Fachmann‘, ‚Wissenschaftler‘, ‚Sachverstaendiger‘ etc. zu einem einheitlichen Brei unkenntlicher Masse zusammen, um durch sie ein viel zu kleines und instabiles Fundament moerteln zu wollen, auf dem sich eine Schar von Freaks, wahllos aus der Menge gefischter geistesgestoerter Irrer oder noch schlimmerem biologischen Sondermuell die Plattfuesse in den Bauch steht und altklug redundanten Mist von sich gibt.
‚Wetterexperte‘, statt Meteorologe; ‚Rechtsexperte‘, statt Jurist; ‚Jugendexperte‘, statt Idiot… die Liste liesze sich beliebig fortsetzen.
Und ja, ich bin polemisch, was dieses Thema anbetrifft. Es blaeht mich gewaltig an, dass hierzulande – aber auch andernorts – jeder das Maul aufreisst, dem oder der die Aufnahmegeraete und Schreibbloecke entgegenschwenken.

Denn es endet ja nicht darin, dass diese Kretins den Sauerstoff verbrauchen, den sie nicht verdienen. Nein… Phase Zwei dieser eingefahrenen Idiotie besteht darin, dass sich ein ungleich groesserer Haufen Intelligenzabstinenzler nach diesem abgesonderten Dreck richtet und – in etwaiger Stellung – zumeist nicht nur darauf beruft, sondern gar Dekrete oder Gesetze erlaesst; ein Zustand der unertraeglich ist und dennoch unentwegt anhaelt, kumuliert und immer wieder dann wie eine Geschwulst aufplatzt, wenn mal doch nicht alles so rund gelaufen ist, wie sattsam behauptet wurde.
Es ist zur Normalitaet mutiert, das sich Opa Heinz zum Rentenexperten gemausert hat, nur weil er selbige bezieht oder Minister XY Experte fuer Killerspiele zu meinen scheint, nur weil er ‚Killerspiele‘ fehlerfrei diktieren kann. Widerlich.

Es aergert mich auch dahingehend, dass ich mich dadurch dergestalt drueber aufrege, dass ich – nach erfolgtem Lektorat obiger Zeilen – mich mehrfach dabei erwischt habe, wie ich den groszen Kamm gezueckt habe und eine konturlose Masse uber selbigen geschoren habe.
Naja, obwohl… werd ich halt zum Blogexperten, dass haelt sicher auch die Gewissensbisse klein.

So long.

Die Feder ist bunter als das Schwert… oder so.

In Folge ein – erneuter – Akt der Faulheit. Es handelt sich um getipptes Wortgut, welches ich in einem meiner regelmaeszigen Anfaelle galoppierenden Irrsinns an einen Bruder im Geiste zunaechst adressierte und alsbald uebermittelte. Sehet mir nach, dass hier und da der Zensus durch meine Person Einzug hielt, da der Inhalt jener Lettern partiell persoenlicher Natur ist, so denn ueberhaupt lesbar. Enstanden ist der Schund in knapp 20 Minuten. :)
Machmer’s kurz: Viel Spasz beim lesen. …oder auch nicht. ^^‘

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Ehrenwerter und vielbesungener ***ZENSUS***.

Euch, als Rezipienten dieser Zeilen, ist’s ermessen, den Inhalt selbiger adaequat zu flektieren, um seinerseits dem Sender in – gern mannigfaltiger – Form der Entgegnung gleichfalls elektrobrieflich die subjektive Melasse zu kritisieren, konnotieren oder durch selbstverfasste Ausschmueckungen, Ergaenzungen gar, zu weiten, auf dass sie, der Metapher des Ackers, satt des Dunges, gleich, ein Analogon gebiert, um fruchtbar sich zu mehren.

Die Elternschaft der ***ZENSUS*** zum Vorbilde nehmend, ersann ich in dunkler Stund nicht unverwandt dem zaghaften Lichte, das gloss um Schatten zu vertreiben, auf dass der Erleuchtung anheim konnten fallen, all jene, die da schauten, ein Konstrukt des malaten Geistes, zwecks Leistung eines Vorschubs der monetaeren Erbauung, respektive dessen Ueberflusses in Baelde.

Doch, werter Freund, wie ihr wisst, setzte DER HERR vor die Selbstindikation jenes erstrebenswerten Zustandes derer Koerperfluessigkeiten Zwei, welche zum Einen durch salz’ge Transpiration, zum Anderen durch Haemoglobin als essentielles Beiwerk, auszeichnen sich lassen. Vergossen sollen sie werden, dem Bach gleich stuerzend von des Bergs Hoeh, um rauschend, donnernd, Wellen schlagend die Flut zu loesen und mitzureissen all jene die sich aus Vorsatz oder Unachtsamkeit naehrten dem Ufer.

Wisset, dass Ihr, dessen Profession gar zuecklich Beistand koennte geben, meiner unwuerd’gen Seel und dem Prozesse dessen Mitteilung euch auf der Zeilen Inhalt die da werden folgen, denen die da sind, zuteil werden soll.

Gar verwerflich Ding geruht seit mittelbarer Vergangenheit, Geist und Koerper einer unwaegbaren Zahl von Individuen zu binden, auf dass sie die temporaeren Fugen, die den Auskleiden mit frei – vom Zwange des Broterwerbs oder der Pflege des sozialen Standes, welcher uns tagtaeglich mueht – zur Verfuegung stehenden Phasen nicht nur mit Tanz, dem Spiele oder des Erstrebens eines Zustands der Froehlichkeit erfuellen, sondern selbst und gerade diesem rahmenfernen Spasse, geneigt sind, ein Korsett zu schnueren, in dem sie begannen zu vergleichen. Vergleichen eines dem Ursprunge wertfreien Zustandes, ob des Pruefsteines in Gestalt eben jener sozialen Komponente derer sie in gerade diesen Zeiten zur Rechenschaft nicht im Mindesten verpflichtet waeren.
So glommen mehr und mehr Fragen im Aether des Geistes dieser Humanesquen, deren Tenor sich in Gedankenfragmenten wie folgt – indes nicht ausschliesslich – ergiesst: „Hat dem Spiele, dem ich froehne ein anderer bereits einen hoeheren Preis entrungen, als ich faehig war zu erreichen.“ oder „Ist es mir vergoennt, durch repetieren jener selbstgestellten Questen eine Leistung zu erbringen, die – obgleich dem Wohl und Wachsen des Menschen nur marginal zutraeglich – kein anderer wagte, je zu leisten?“.
Solcherlei und aehnliches maeandert durch die vielkoepfige Schar, einem fuerwahr eschatologischen Ziele entgegen.
Die Ueberzeugung, dass auch Ihr dieser Phaenomena gewahr wurdet, wohnt mir inne, so dass eine weitergehende Schilderung als obsolet einzustufen ich mich wage.

Im Zuge jener Beobachtungen und eingedenk der Tatsache, dass dieser Gedanken Fundament in der, der Ausnahme losen, Zahl der Faelle fuerdernebst immer einer strukturierten, oftmals konstruierten Sphaere entspringen (zu nennen waeren neben erquicklich kameradschaftlichen Kaempfen sportlicher Quell auch jene Phantasmen, die unablaessig Myriaden fesseln an eine Silikatverhuellte Schachtel, gefuellt mit unbotmaessigen Moeglichkeiten des Vertreibens von Zustaenden schaffensloser Perioden, analog und parallel der Moeglichkeit der Interaktion mit jedwedem Geschoepf auf dieser Erden Rund), trieb mich mein ruheloses Selbst der Frage entgegen, ob der Gier, dem Streben des Ermessens und Vergleichens anderer ein Grundlage koennt geschaffen werden, die sich erstrecket auch fernab eben jene bestehenden Geflechte.

Idee und Konzept furchten so durch meines Koerpers Huelse, unablaessig fordernd und quaelend, der Erfuellung und Gestaltwerdung harrend in teils schon erdachter, teils noch unbestimmter Form.

Hebet an zu traktieren des Schluesselbrettes Korpus, auf dass mich ereilt Euer Wort der Negierung oder des Interesses jener itzo nur schattengleich umrissenen Maer, die ich anhub, Euch kund zu tun.
Seid gewiss, dass der Gedanken Meissel schon tief geschlagen hat den Stein, in dem stecket die Bueste deren Name ‚Vollendung‘ lautet; doch scheue ich davor, zu viel vorzugeben um Euch die Moeglichkeit, nein, den Drang in Euch zu wecken, die Gestalt, deren Hervorbrechen ich ersehne huebscher und groesser gar zu implizieren als in der Lage ich es sein koennte.

So gebiete ich nun – ein wenig abrupt; gewaehrt mir Eure vielgelobte Nachsicht – der Zeilen Vorschub Einhalt. Seid euch meines unlotbaren Dankes gewiss, wenn die Guete Euch dazu hat getrieben, den wirren Ansaetzen eines bescheidenen Geistes bis zu diesem Punkte des Pfades Strecke gefolgt zu sein.

Gehabt Euch wohl und seit meiner Wertschaetzung gewiss, obgleich die Not nach selbiger durch Euch nicht Bestand eben dieser, Ausdruck verliehen werden sollte.

Dem Grusse die Freundschaft zur Seite stellend,
Gotchi.

Postum scriptum: Wie geht’s, wie steht’s?

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